Gedankensplitter

Was unsere Zukunft bestimmen wird

Im Augenblick gibt es in den Medien und auf unzähligen Tagungen und Konferenzen eine lebhafte Diskussion darüber, dass Deutschland und Europa die Entwicklungen der Digitalisierung verpassen. Der Wettkampf zwischen den USA und China treibt den Prozess voran, und Europa weiß nicht so recht, wie es darauf reagieren soll, außer die Risiken für den Datenschutzes zu kontrollieren, und in der Industrie Roboter und selbstlernende Systeme einzusetzen.

Lassen wir einmal bei Seite, ob diese Behauptung stimmt, oder vielmehr eine anspornende Provokation ist. Ich glaube, wichtig wäre es das Augenmerk auf einen anderen Aspekt zu legen, nämlich darauf, dass mit unseren traditionellen Mitteln, wir weder bestehende wirtschaftliche und soziale Herausforderungen in den Griff bekommen, noch unsere Naturstoffe besser nutzen und schützen.

Wir wissen, dass die Ressourcen der Erde endlich sind, aber die Erdbevölkerung weiterhin wächst. Wir wissen, dass wir Bedrohungen, zum Beispiel durch Krankheiten und Naturkatastrophen, nicht effektiv kontrollieren. Wir wissen, dass einige dieser Herausforderungen komplexer sind, als die Entwicklung eines ambitionierten Weltraumprojektes. Anfang dieses Millenniums nahmen sich Bill und Melinda Gates Präsident Kennedys Vorgabe an die NASA zum Vorbild, zu einem vorherbestimmten Datum einen Mann auf dem Mond zu landen. Auf ähnliche Weise wollten sie die Malaria ausrotten. 15 Jahre später und nach Einsatz von Milliarden US Dollar, ist der Parasit, der Malaria verursacht, nicht besiegt. Er lernt schneller und passt sich an, so dass es zwar weniger Menschen gibt, die an Malaria erkranken und daran sterben, aber einen durchschlagenden Erfolg hat es noch nicht gegeben. Es muss eine ernüchternde Erkenntnis für Bill und Melinda Gates sein, dass manche Probleme sich eben nur im steten und langfristigen Einsatz und durch menschliches Lernen erfolgreich angehen lassen.

Roboter und selbst lernende Maschinen werden in manchen Bereichen Menschen ersetzen. Diese Aussicht führt unter anderem schon heute dazu, dass viele junge Menschen, sich der Disziplin einer Berufsausbildung nicht mehr unterziehen. 2019 gibt es in Deutschland in der Altersgruppe der 20-34jährigen 2,1 Millionen Menschen, die keine Berufsausbildung haben. 2,1 Millionen Menschen: das sind etwa 12 % dieser Altersgruppe (2017). Wo ist die Kreativität und das gesellschaftliche Engagement, diesen Menschen eine Perspektive für ihr Leben zu geben? Im Moment steht nur der Vorschlag einer bedingungslosen Grundrente im Raum der öffentlichen Debatten. Ist das genug?
Es scheint, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Notwendigkeit immer weiter auseinanderklaffen. Wer oder was kann uns aus dieser Fehlentwicklung führen?

Autor: Kerstin Leitner

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